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Als engagierte Hebamme mit einer über 25-jährigen Berufserfahrung weiß ich, wovon ich spreche, denn ich habe alle Bereiche der professionellen Hebammenarbeit von Grund auf kennen gelernt: als angestellte Hebamme in einer großen geburtshilflichen Klinik, freiberuflich als Beleghebamme in der Geburtshilfe, in der Schwangerenvor- und nachsorge, als Hausgeburtshebamme und im Auslandseinsatz.

Störche

Neben meinem geschulten und vielfach erprobten Einfühlungsvermögen ist meine pädagogische Qualifikation als Lehrerin für Gesundheitsberufe eine solide Basis für die zielgruppenorientierte Aufbereitung medizinischer Informationen.

In der Marketingabteilung eines großen Unternehmens habe ich mich als Leiterin des Fachbereiches „Hebammen“ viele Jahre im stürmischen Wind der pharmazeutischen Industrie bewährt.

Ich war für die Fort- und Weiterbildung meiner Berufskolleginnen verantwortlich, habe eine auflagenstarke medizinische Fachzeitschrift herausgegeben und große Fachkongresse erfolgreich konzipiert, organisiert und moderiert.

Gerne stehe ich Ihnen zu Interviews zur Verfügung, berate Sie bei der Erstellung Ihres Contents und verfasse eigene Artikel für Ihr Medium.

Interviews des babyclub.de mit der
Hebamme Birgit Laue
zu den Themen:

 

Interview der Zeitschrift Leben & Erziehen mit der Hebamme Birgit Laue zum Thema Babyschlaf:

 

Wochenbettdepression
Interwiew mit dem babyclub.de

Was ist eine Wochenbettdepression und welche Formen gibt es?

Wochenbettdepression

Unter dem Begriff „Wochenbettdepression“ werden im Allgemeinen verschiedene seelische Störungen zusammengefasst, die Mütter nach der Geburt ihres Kindes betreffen können. Man kann jedoch drei Formen unterscheiden: das postpartale Stimmungstief nach der Geburt, die Wochenbettdepression und die Wochenbettpsychose. Diese Veränderungen stehen nicht einzeln nebeneinander, sondern gehen oft fließend ineinander über, so dass sich z. B. aus dem postpartalen Stimmungstief auch eine Depression entwickeln kann.

Wo genau liegt der Unterschied?

Das postpartale Stimmungstief, auch „Heultage“ oder „Babyblues“ genannt, sind kurzfristige, hormonell bedingte seelische Achterbahnfahrten zwischen Euphorie und Niedergeschlagenheit. Sie treten zwischen dem 3. und 10. Tag nach der Geburt auf und klingen meist nach kurzer Zeit auch ohne medizinische Behandlung wieder ab. Mehr als die Hälfte aller Mütter ist davon kurzfristig betroffen. Mitgefühl, Geduld und Verständnis für die neue Situation helfen den Frauen ihr seelisches Gleichgewicht rasch wieder zu finden. Eine postpartale Depression kann sich innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt entwickeln und verläuft individuell sehr unterschiedlich. 10 – 20% der jungen Mütter sind betroffen. In manchen Fällen hat sie ihren Beginn im Babyblues.

Die Symptome sind die gleichen wie bei allen anderen depressiven Erkrankungsbildern: Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit bis zur Lethargie, in manchen Fällen aber auch eine manische Überdrehtheit. Konzentrationsstörungen, ständige Müdigkeit, Erschöpfung, Ein- und Durchschlafprobleme sind genauso Anzeichen wie ambivalente Gefühle dem Kind gegenüber, Ängste und massive Unfähigkeits- und Schuldgefühle oder auch rein körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Zittern und Herzflattern. Dabei treten nicht immer alle Symptome gleichzeitig auf, aber häufig sind sie doch vergesellschaftet. Die wohl gravierendste Form der seelischen Störung nach der Geburt ist die Wochenbettpsychose.

Auch diese Erkrankung kann unterschiedliche Erscheinungsformen haben: depressiv, manisch und schizoid. Eine Psychose entwickelt sich meistens innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Geburt. Neben den bereits beschriebenen Symptomen sind die betroffenen Frauen leicht reizbar, angespannt und neigen zu unkontrollierten Reaktionen oder zwanghaften Gedanken und Wahnvorstellungen bis hin zu Halluzinationen. Das wiederum erzeugt Angst. Selbstmordgedanken oder auch der Wunsch, das Kind wieder los zu werden, sind nicht selten.

Ist die Wochenbettdepression eine Krankheit?

Den "Baby-Blues" ausgenommen, eindeutig: ja. Es ist ein ernstzunehmendes Krankheitsbild, bei dem die Frauen (und ihre Familien) am besten interdisziplinär von Psychiatern und Psychotherapeuten, Hebammen, Gynäkologen und Geburtshelfern betreut werden sollten.

Wie sollte man auf eine Wochenbettdepression reagieren?

Wochenbettdepression

Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, umso schneller und effektiver greifen die therapeutischen Maßnahmen. Wichtig ist es auf jeden Fall, die Situation ernst zu nehmen und nicht unter den Tisch zu kehren oder wegzuschauen. Deshalb ist es gut, sich mit seinen Gefühlen und Empfindungen rechtzeitig einer Hebamme oder einem Arzt anzuvertrauen. Auch ein Kontakt zu Selbsthilfegruppen ist sehr hilfreich. Der Austausch mit Leidensgenossinnen zeigt, dass frau mit ihren Problemen nicht allein auf der Welt ist. Zusätzlich bekommt sie dort hervorragendes Infomaterial und Adressen von kompetenten Fachleuten.

Wird das Thema oft verschwiegen?

Ja, leider viel zu häufig. Unserer Gesellschaft – und leider auch vielen Fachleuten – fehlt immer noch das Bewusstsein und das Verständnis für psychische Störungen im Wochenbett. Betroffene Frauen werden nach wie vor stark stigmatisiert. Besonders durch die Medien haben wir ein verklärtes Mutterimage: Das Bild einer jungen Mutter, das uns ständig präsentiert wird, ist fit, fröhlich, strahlend und rundum glücklich. Für gemischte Gefühle, Traurigkeit oder sogar Schwermut besteht nach allgemeiner Ansicht nach der Geburt eines gesunden Kindes kein Anlass. Viele Frauen können aber bei einer Wochenbettdepression gegenüber ihrem Baby nur wenig oder auch gar keine Liebe empfinden. Sie haben deswegen Schuldgefühle und wissen oft nicht ein noch aus. Manchmal spielen sie mit dem Gedanken, sich vom Kind zu trennen, trauen sich aber nicht, mit jemanden darüber zu sprechen. Sie könnten ja als schlechte Mutter und Ehefrau angesehen werden. Aus Scham und Furcht werden die Symptome deshalb von den betroffenen Frauen, aber auch von ihren Familien, viel zu oft heruntergespielt oder zu lange verschwiegen.

Wie sollte man als Partner bzw. Freund damit umgehen, wenn eine Frau an Wochenbettdepression leidet?

Wochenbettdepression

Vorrangig müssen betroffene Frauen entlastet werden. Dabei hilft oft schon die Aufklärung darüber, dass ihre wechselnden Gefühle und furchtbaren Gedanken leidvoller Ausdruck einer Krankheit sind, mit der sie nicht allein stehen müssen. Wenn sie die Anzeichen und die möglichen Gründe für die Störungen erkennen, sind fast alle Frauen froh, an ihrer Gesundung auch selbst aktiv mitzuwirken.

Sollte man behandeln oder warten bis die Depressionen von alleine verschwinden?

Wochenbettdepressionen sind auf jeden Fall behandlungsbedürftig. Werden sie nicht behandelt, steigt das Risiko, an einer Psychose zu erkranken immens an. Verhaltens- oder Gesprächstherapien können vielen Frauen aber oft bereits über ihre Krise hinweghelfen. Auch die Gabe von Psychopharmaka kann in manchen Fällen notwendig und sinnvoll sein. Bei akut selbstmordgefährdeten Frauen ist die Aufnahme in eine psychiatrische Klinik absolut unumgänglich.

Kann man vorbeugend etwas tun?

Ja, ganz wichtig: Sich bereits vor der Geburt ein gut funktionierendes Beziehungsnetz schaffen! Familie und Freunde können abwechselnd helfend zur Seite stehen, aber auch Mütterpflegerinnen und Haushaltshilfen sind bei der Organisation des Alltags mit einem Säugling wichtige und kompetente Ansprechpartnerinnen. Um zusätzliche Anstrengungen von vorne herein auszuschließen, sollte für die Zeit unmittelbar nach der Geburt nichts Größeres (z.B. Umzug, Hausbau etc.) geplant werden. Arzt und Hebamme sollten unbedingt Vertrauenspersonen sein. Positive Unterstützung und ein respektvoller, seelischer Beistand bei der Geburt sind bei der Vermeidung absolut förderlich. Wenn die Chemie nicht stimmt, kann auch kein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Auch nach der Geburt stehen Hebammen zu Gesprächen und Hausbesuchen zur Verfügung. Mit Schul- und komplementärmedizinischen Arzneimitteln lässt sich auch medikamentös im Vorfeld bereits Schlimmeres vermeiden – insbesondere dann, wenn nach vorausgegangenen Geburten schon Depressionen bestanden.

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Natürliche Babypflege
Interwiew mit dem babyclub.de

Im Zusammenhang mit der Babypflege hört man oft den Satz „Weniger ist mehr“. Welche Pflegeprodukte braucht man denn nun wirklich für ein Baby?

Babypflege

Für ein neugeborenes Kind reicht zunächst ein hochwertiges unparfümiertes Pflanzenöl zur Pflege des Windelbereichs und zum Entfernen von Schmutz- oder Cremeresten. Da sich alle Neugeborenen in den ersten Wochen nach der Geburt mehr oder weniger stark schuppen, ist ein rückfettender Badezusatz geeignet, die Haut vor weiterer Austrocknung oder sogar Einrissen zu schützen. Für die tägliche Pflege empfiehlt sich die Verwendung einer leichten Pflegecreme, die die Haut vor Trockenheit bewahrt. Und wenn der Po trotzdem einmal wund ist, sollte eine zink- oder panthenolhaltige Heilsalbe zur Hand sein. Die einzelnen Pflegeprodukte sollten nur wenige, aber dafür hochwertige natürliche Inhaltsstoffe haben, keine künstlichen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe enthalten und frei von synthetischen Zusätzen sein. Wichtig ist vor allem, dass Pflegeprodukte für das Baby nicht ständig gewechselt werden, auch wenn die Vielzahl und das Preisgefälle der Babykosmetika dazu verführen können. Denn durch die vielen unterschiedlichen Substanzen, mit denen die noch unreife Haut dann in Berührung kommt, entstehen viel schneller und leichter Hautirritationen oder sogar Allergien. Auch hier stimmt: Weniger ist mehr.

Worin sehen Sie die Vorteile bei Naturprodukten?

Babypflege

Ein Baby nimmt über seine zarte Haut täglich eine Vielzahl wertvoller Impulse auf. Die Pflege des wichtigsten Tastorganes, der Haut, ist also sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung. Da Babyhaut noch ca. fünfmal dünner ist als die Haut eines Erwachsenen, ist sie besonders durchlässig für jede Form von äußeren Einflüssen. Besonders bei der täglichen Pflege sollte sie deshalb nur mit rein natürlichen, hautverwandten Substanzen in Berührung kommen. Synthetisch hergestellte, mineralische Öle oder Paraffine sind der menschlichen Haut nämlich fremd. Sie bleiben wie ein abdichtender Film auf der Hautoberfläche haften und können die Haut sogar in ihren gesunden Funktionen beeinträchtigen. Im Gegensatz dazu „erkennt“ die Babyhaut die verwandten Fettsäurestrukturen natürlicher Pflanzenöle und kann sie leicht aufnehmen. So wird die schutzbedürftige junge Haut mit wenigen wertvollen pflanzlichen Inhaltsstoffen versorgt und bekommt alles, was sie für eine gesunde Entwicklung dringend benötigt.

Braucht Babyhaut im Winter eine andere, reichhaltigere Pflege als im Sommer?

Ja, unbedingt. Denn in der kalten Winterluft wird Babyhaut sehr schnell trocken, rau und rissig. Sie enthält im Vergleich zur erwachsenen Haut sehr viel mehr Wasser und weniger schützendes Fett. Das macht sie durchlässiger und besonders empfindlich gegen Kälte. Enthält ein Pflegeprodukt nun Wasser, kann dies zur Bildung von Verdunstungskälte an der Hautoberfläche führen. Bei milderen Temperaturen ist dies völlig unproblematisch, manchmal sogar erwünscht, aber bei Minusgraden sollte gerade zarte Baby- und Kinderhaut unbedingt vor Verdunstungskälte bewahrt werden. Sonst könnte diese eventuell weiter abkühlen oder sogar leichte Erfrierungen davontragen. Ein wasserfreier Balsam ist jetzt erste Wahl bei der Hautpflege: Besonders wirksam schützen pflanzliche Öle sowie Bienenwachs und das hautverwandte Wollwachs. Sie bilden eine atmungsaktive, schützende Hülle.

Wie wichtig ist ein Sonnenschutz für das Baby?

Babypflege

Durch die Bildung des Pigmentes Melanin, das UV-Strahlen absorbieren kann, schützt sich die menschliche Haut im Normalfall gegen zuviel Sonneneinstrahlung. Babyhaut allerdings produziert noch kein Melanin, d.h. der körpereigene Sonnenschutz ist noch nicht aktiviert. Am besten schützen Sie Ihr Baby deshalb vor der Sonne, wenn Sie es bekleidet in den Schatten legen. Allerdings sind die UV-Strahlen auch im Schatten aktiv, wenn auch schwächer als in der prallen Sonne. Das Auftragen eines Sonnenschutzproduktes macht also zusätzlich Sinn. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass die Creme oder Lotion einen hohen Lichtschutzfaktor hat, keine chemischen Zusatzstoffe enthält und der Filter mineralischen Ursprungs ist.

Wie sieht die erste Hilfe aus, wenn der Po wund ist?

Fast jedes Baby leidet während seiner Windelzeit mindestens einmal unter einem wunden Po. Bei längerem Kontakt mit Urin, Stuhl oder Seifenresten wird die Haut der Windelregion angegriffen – das feucht-warme Windelmilieu ist dann ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze auf dem gereizten Babypopo. Die typischen Beschwerden wie rote, nässende, juckende und schuppende Haut können unangenehme Schmerzen bereiten. Eine konsequente Pflege ist deshalb unbedingt erforderlich. Wechseln Sie häufig die Windeln, reinigen Sie den Po nur mit Wasser sowie einem frischen Waschlappen und trocknen Sie die Windelregion besonders in den Hautfalten gut und behutsam ab. Auch sollte Ihr Baby so oft wie möglich „windelfrei“ bekommen. Träufeln Sie ein paar Tropfen Muttermilch auf die wunde Hautstelle, das lindert die Hautreizung. Eine zinkhaltige Hautcreme sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit von den betroffenen Hautstellen ferngehalten wird und schützt zuverlässig vor Nässe, ohne die Hautatmung zu beeinträchtigen.

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Nabelpflege bei Neugeborenen
Interwiew mit dem babyclub.de

Wie wird der Nabel von Neugeborenen richtig gepflegt?

Arnika

Eine allgemein gültige Empfehlung gibt es nicht. In vielen Kliniken wird der Nabelstumpf mit Alkohol, einer speziellen Tinktur oder sogar einem antibiotischen Puder gepflegt, andere behandeln ihn gar nicht. In der Hebammenpraxis hat sich ein Wundpuder mit Heilpflanzenauszügen aus Arnika, Ringelblume, Sonnenhut und anderen heilenden Substanzen bewährt, die den Nabelschnurrest austrocknen. Der Puder wird bei jedem Wickeln frisch aufgetragen. Einmal am Tag werden alle Puderreste mit einer sterilen Kompresse, die Sie am besten mit verdünnter Calendula-Essenz tränken, komplett entfernt. Erfahrungsgemäß fällt der Nabelschnurrest so am schnellsten ab, das haben übrigens auch Studien bewiesen.

Worauf sollte man beim Wickeln achten?

Ringelblume

Mit einer luftdurchlässigen Nabelkompresse bleibt der Nabel trocken und die Windel kann nicht daran scheuern. Wichtig ist, dass die Windel nicht über den Bauchnabel reicht. Das feuchte Milieu der Windel würde den Abtrocknungsprozess verzögern. Außerdem könnten Urin oder Kot die kleine Wunde infizieren. Und falls die Windel noch etwas groß ist: Einfach den Windelrand nach innen umschlagen.

Soll man den Nabel auch eincremen?

Echinacea

Cremes, Salben und Öle tun dem Nabel nicht gut, weil sie das Gewebe aufweichen. Versuchen Sie auf keinen Fall, Krusten aus dem Nabel zu lösen, dabei könnten Sie Ihr Baby verletzen. Manchmal nässt die kleine Nabelwunde noch einige Tage, nachdem der Nabelschnurrest abgefallen ist. Das ist kein Grund zur Sorge. Ein Puder mit Heilpflanzenauszügen hilft auch hier, damit sich die Wunde schneller schließt und austrocknet. Wenn der Nabel allerdings ständig nässt, gerötet oder eitrig entzündet ist, sollten Sie ihn unbedingt Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt zeigen.

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Das kranke Kind:
Ohne Chemie gehts meistens auch -
Vorteile bewährter Hausmittel
und praktische Tipps
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Warum sind Krankheiten wichtig für die Entwicklung des Kindes?

Zitrone

Ab dem Moment der Geburt beginnen Kinder die Welt zu entdecken und zu erfahren. Dabei werden sie mit den unterschiedlichsten Reizen aus ihrer Umgebung konfrontiert. Besonders in den ersten sieben Lebensjahren zählen dazu auch Bakterien und Keime, die Infekte und andere kleinere Erkrankungen auslösen können. Durch die Begegnung und Auseinandersetzung mit den Erregern dieser Krankheiten entwickelt der noch unreife Organismus seine eigenen inneren Abwehrkräfte. Diese kann und muss er ein Leben lang zur Bewältigung von Gesundheitsstörungen aktivieren. Deshalb haben die meisten Krankheiten im Kindesalter durchaus einen Sinn und sind nicht bloß ein (unvermeidbares) Übel. Sie stets mit starken Medikamenten abzublocken oder zu verhindern, würde die natürliche Entwicklung des körpereigenen Immunsystems beeinträchtigen.

Worin sehen Sie die Vorteile von natürlichen Hausmitteln – gerade für Kinder?

Wiese

Hausmittel sind bewährte Hilfen aus dem traditionsreichen Schatz der Erfahrungsheilkunde. Wie der Name es schon verrät, sind sie meistens Bestandteil des Haushalts - man hat sie also sofort parat. Bei richtiger Anwendung haben sie so gut wie keine Nebenwirkungen und sind außerdem sehr preiswert. Rechtzeitig angewandt, können sie einen Krankheitsverlauf abmildern und den Einsatz synthetischer Medikamente oft noch verhindern.

Die einfach anzuwendenden Hausmittel sind wieder zu einer tragenden Säule der Selbstbehandlung geworden, denn für die meisten Eltern ist es heute wichtig, selbst aktiv auf das Gesundwerden ihres kleinen Patienten einzuwirken. Sie möchten bei banalen Erkrankungen nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Deshalb ist in den letzten Jahren auch das Interesse an seriösen Naturheilverfahren in der Kinderheilkunde wieder stark gestiegen. Eine Untersuchung der Universität Witten-Herdecke belegt beispielsweise, dass in mindestens 4 von 10 Fällen eine Antibiotikagabe bei einer Mittelohrentzündung im Kindesalter nicht gerechtfertigt ist. Die Wissenschaftler empfehlen zur Selbstbehandlung auch Zwiebel- oder Kamillensäckchen.

Welche Hausmittel sollten Eltern auf jeden Fall immer vorrätig haben?

Zwiebel

Zu den Klassikern gehören sicher Zwiebeln, Quark, Kartoffeln und Zitrone, die man normalerweise das ganze Jahr über im Haus hat. So hilft der Quark beispielsweise nach einem leichten Sonnenbrand oder Schwellungen nach Insektenstichen, aber auch bei Halsschmerzen oder als Begleittherapie bei der schulmedizinischen Behandlung des Asthmas. Quark lindert ebenfalls die Beschwerden bei Akne, Ekzemen, Neurodermitis, ist aber auch bei Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen ein kühlender Segen.

Die meisten Hausmittel sind in unterschiedlichen Anwendungsgebieten hilfreich, mehr dazu können Sie in unserem Buch nachlesen. Unbedingt in die Hausapotheke gehören aber auch verschiedene Wickelmaterialien oder ein fertiges Wickelset (z.B. von Kickels) und Bienenwachsauflagen (z.B. von Wachswerk), die schon bei den Kleinsten angewendet werden können.

Wie sollten sich Eltern gegenüber dem kranken Kind verhalten?

Krankheiten kündigen sich bei den meisten Kindern durch eine Veränderung in ihrer Gestimmtheit an, noch bevor ein körperliches Symptom auftaucht. Es ist deshalb hilfreich, sein Kind genau zu beobachten. So lassen sich die meisten Krankheitsanzeichen schon früh erkennen. Dabei ist es wichtig, sich sowohl auf seine Wahrnehmung als auch auf seine Intuition zu verlassen.

Während des Krankheitsverlaufes sind Ruhe, Geborgenheit und Zuwendung oft die beste Medizin. Manche Krankheit muss erst einmal richtig ausgebrütet werden. Trost und ein liebevolles Verständnis unterstützen kranke Kinder dabei mehr, als z. B. ein Übertönen mit Ablenkungsmanövern wie Süßigkeiten oder eine Überforderung durch pausenloses Programm.

Wo liegen die Grenzen der Naturmedizin, so dass der Griff zur Chemie unumgänglich wird?

Diese Grenzen liegen überall dort, wo eine Anregung der Selbstheilungskräfte nicht gelingt oder nicht ausreichend ist. Das kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein und bedarf einer genauen und verantwortungsbewussten Beobachtung des individuellen Krankheitsverlaufes.

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Gesund durch die Schwangerschaft
Teil 1
Interwiew mit dem babyclub.de

Bei vielen Frauen tritt nun ein neues Qualitätsbewusstsein auf und sie möchten ihren Körper nicht unnötig belasten. Welche Produkte oder Inhaltsstoffe sollten für Schwangere z.B. im Bereich Pflege und Ernährung tabu sein?

Schwangerschaft

Den meisten schwangeren Frauen ist bewusst, dass Gesundheitspflege jetzt Pflege für zwei bedeutet. Es ist nun noch wichtiger als sonst, den Organismus gesund zu erhalten und die Vitalität zu stärken. Eine gesunde Lebensführung und der Verzicht auf Alkohol, Nikotin oder andere Drogen spielen hier natürlich eine große Rolle. Doch ebenso sinnvoll ist es, z. B. bei der Ernährung und der täglichen Pflege auf möglichst naturbelassene und gut verträgliche Produkte zurückzugreifen. Biologische Lebensmittel sind beispielsweise frei von schädlichen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdüngerrückständen, Zusatz-, Farb- und Aromastoffen. Sie sind auch nicht gentechnisch verändert oder radioaktiv bestrahlt - beides Maßnahmen, von denen noch nicht ausreichend erforscht ist, wie sie auf den menschlichen Organismus wirken. Seriöse Naturkosmetikhersteller verzichten auf den Einsatz synthetischer Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe oder Rohstoffe auf Mineralölbasis, die die Hautatmung behindern würden. Unser Tipp: Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie biologische oder besser noch biologisch-dynamische Produkte wählen. Kontrollierte Naturkosmetik erkennen Sie auch am Prüfzeichen des BDHI oder Sie verlassen sich auf die Ökotest-Empfehlung.

Was gehört zu einer ganzheitlichen Geburtsvorbereitung?

Schwangerschaft

Die wichtigste Vorbereitung besteht aus unserer Sicht darin, seinen Körper „in anderen Umständen“ neu kennen zulernen und „Spürvermögen“ zu entwickeln. Damit meinen wir die Fähigkeit, wahrzunehmen, wie das Leben durch unseren Körper Ausdruck bekommt. Die Bereitschaft, hinzuhorchen, welche Botschaften er für uns bereithält und diese Informationen sinnvoll und schöpferisch in die jeweiligen Situationen einzubinden. Das bestärkt schwangere Frauen darin, dass sie selbst genug Kraft und Fähigkeiten haben, ihr Kind zur Welt zu bringen. So gebären sie ihr Kind eigenständig und selbstbestimmt und werden nicht bloß entbunden. Durch Atemübungen, Entspannungsübungen, sanfte Massagen, einfache Yogaübungen oder andere Elemente der Gesundheitsbildung kann der eigene Weg sinnvoll unterstützt werden.

Wie oft sollten Hebamme und Schwangere miteinander in Kontakt treten? Ab dem wievielten Schwangerschaftsmonat macht es Sinn, zum ersten Mal eine Hebamme aufzusuchen?

Schwangerschaft

Frauen sollten auf jeden Fall bereits in der Frühschwangerschaft Kontakt zu „ihrer“ Hebamme aufnehmen. Sie ist die kompetente Fachfrau für alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Unabhängig von der Schwangerschaftswoche kann sie bei allen Fragen zu Rate gezogen werden. Wie häufig ein Kontakt notwendig oder sinnvoll ist, hängt sehr von der individuellen Situation der schwangeren Frau ab. Leider wissen viele Frauen nicht, dass die so genannte Schwangerenvorsorge (mit Mutterpass) nicht allein vom Gynäkologen, sondern auch von der Hebamme begleitet werden kann. Die Kosten für diese Leistungen werden ebenfalls von der Krankenkasse erstattet.

Was raten Sie Frauen, die große Angst vor der Geburt haben?

Angst vor einer Geburt zu haben, ist eine völlig normale und sinnvolle Reaktion. Immerhin wartet mit der Geburt zunächst eine unbekannte und nicht einschätzbare Situation auf die schwangere Frau. Es ist jedoch hilfreich, dieser Angst ins Auge zu blicken und sich mit ihr auseinander zu setzen. Denn oft ist sie auch Ausdruck für andere Ängste wie z.B.: Werde ich überhaupt Muttergefühle entwickeln können? Komme ich mit dem Kind zurecht? Wird unsere Partnerschaft nicht leiden? u.s.w.

Auch die Angst vor dem Geburtsschmerz spielt heute eine große Rolle, wie sich an den stetig steigenden Zahlen von so genannten „Wunsch-Kaiserschnitten“ erkennen lässt. Dabei haben die meisten Frauen in ihrem Leben Erfahrungen mit der Bewältigung körperlicher oder auch seelischer Schmerzen gemacht. An diese Erfahrungen können sie auch unter der Geburt anknüpfen. Eine neue und angstbesetzte Situation bewusst und mit eigenen Kräften überstanden zu haben, stärkt die eigene Persönlichkeit und gibt Selbstvertrauen und Sicherheit.

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Gesund durch die Schwangerschaft
Teil 2
Interwiew mit dem babyclub.de

„Natur statt Chemie“ wünschen sich viele werdende Mütter zur Behandlung von Beschwerden. Wie können z. B. ätherische Öle, Kräuter oder Naturheilmittel helfen? Wo sind die Grenzen?

Schwangerschaft

Nach dem Verständnis der Naturheilkunde ist es nicht das Heilmittel, das heilt, sondern es ist der Mensch selbst. Ätherische Öle und pflanzliche Arzneimittel unterstützen ihn dabei. Sie geben ihm die Kräfte, die er benötigt, um wieder gesund zu werden.

In der Schwangerschaft ist es nötig, sehr genau zu unterscheiden zwischen den „normalen“ schwangerschaftsbedingten Befindlichkeitsstörungen und gravierenden Erkrankungen wie z.B. der Gestose, die schwerwiegende Folgen haben kann. In unserem Buch haben wir die häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden beschrieben und u.a. natürliche und nebenwirkungsarme Arzneimittel zur Selbstmedikation empfohlen. Aber wir zeigen auch sehr deutlich die Grenzen der Selbstbehandlung auf und erläutern, wann es Zeit ist, die Frauenärztin aufzusuchen.

Wer ständig unter Strom steht, dem fällt es schwer, in der Schwangerschaft „einen Gang zurück zu schalten“. Wie sollten sich Frauen schonen und welche Methoden helfen, um zur Ruhe zu kommen und bewusst zu entspannen?

Schwangerschaft

Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die wir in unserem Buch vorstellen: von Naturbetrachtungen, künstlerischer Betätigung, sanften Massagen mit duftenden Ölen, beruhigenden Bädern mit kostbaren Essenzen oder auch gezielten Entspannungsübungen und Phantasiereisen.

Frau Laue, nach über zwanzig Jahren Berufstätigkeit als Hebamme – sowohl in Kliniken als auch in der Hausgeburtshilfe – verfügen Sie über ein großes Maß an Erfahrung. Welchen Tipp würden Sie allen Schwangeren für die aufregendsten 40 Wochen mit auf den Weg geben?

Schwangerschaft

Mein Tipp ist: Genießen Sie die besondere Zeit der Schwangerschaft: Umgeben Sie sich mit schönen Dingen und nehmen Sie sich hin und wieder aus der Hektik des Alltags heraus. Halten Sie so oft wie möglich Zwiesprache mit Ihrem Kind und suchen Sie Menschen, die Sie unterstützen können, Ihnen z. B. mal ein Essen kochen oder für Sie einkaufen gehen, wenn Ihnen nicht danach ist.

Als werdende Mutter sind Sie Hülle für Ihr Baby. Es wird von Ihnen behütet, seelisch und körperlich gewärmt und genährt. Dazu benötigen Sie Kräfte und Energien, die Sie selbst stärken und Sie gesund erhalten. Das kann z. B. die Pflege von Rhythmen und Gewohnheiten sein, wie feste Mahlzeiten oder regelmäßiger Schlaf, aber auch eine gesunde Ernährung und eine bewusste Pflege Ihres Körpers haben Einfluss auf Ihre Lebenskräfte. Auf der seelischen Ebene tut es gut, Beziehungen und Freundschaften zu pflegen. Wenn es Ihnen möglich ist, wenden Sie sich ab und zu einer Kunst zu, das gibt Kraft für den Alltag.

 

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Anfangs Tag und Nacht pucken
Interview mit der Zeitschrift Leben & Erziehen

Werden Babys durch das Pucken
nicht zu sehr eingeengt?

Babyschlaf

Nein. Beim vollständigen Pucken wird das Kind von den Schultern bis zu den Zehen so in Tücher eingewickelt, dass es sich nur noch begrenzt bewegen kann. Das ist aber sinnvoll. Vor allem unruhige Kinder und Schreibabys haben häufig Probleme mit ihrer Eigenwahrnehmung. Sie können sich selbst nicht ausreichend spüren und sich dadurch auch nicht mit ihrer Umwelt in Beziehung setzen. Das macht ihnen Angst. Außerdem finden sich bei diesen Kindern überdurchschnittlich oft bestimmte Reflexe. Pucken verhindert, dass ein Baby durch seine eigenen unwillkürlichen Bewegungen immer wieder aufwacht.

Wird es dem Baby beim Pucken
nicht zu warm?

Neugeborene müssen ihre Körpertemperatur eigenständig regulieren. Sie sind von der Umgebungstemperatur abhängig, weil die Fähigkeiten des noch unreifen Wärmeorganismus zunächst begrenzt sind. Die schützende Wärmehülle, die ein Kind bis zur Geburt mit konstanter Temperatur umgeben hat, fehlt plötzlich. Das Pucken schafft wieder eine schützende Hülle. Ich empfehle dazu ausschließlich Wickelmaterialien aus unbehandelten Naturtextilien wie Seide oder Baumwolle. Sie sind atmungsaktiv, temperaturausgleichend und schaffen ein angenehmes Hautklima. Gepuckte Babys haben einen deutlich stabileren Wärmehaushalt und bekommen deshalb seltener Blähungen.

Bis wann empfehlen Sie
das Pucken?

In der Anpassungsphase, etwa bis zur sechsten, achten Lebenswoche, Tag und Nacht. Dann können Babys – besonders unruhige Kinder – weiterhin zum Schlafen gepuckt werden bis sie drei bis vier Monate alt sind.

 

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Fotografie: © Angelika Salomon